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Bulletin Dezember 2018

Geschätzte Kolleginnen, geschätzte Kollegen

 

«Mut zum Fortschritt»
Immanuel Kants berühmtes Diktum «Sapere aude!» bedeutet wörtlich «Wage es, weise zu sein». Kant interpretierte es in seinem Aufsatz «Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung» von 1784 mit: «Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.» Dies gilt heute umso mehr.


Wir müssen bereit sein, allgemein anerkannte Dogmen zu hinterfragen, und mit neuen Techniken und Methoden zu experimentieren. Erst diese Denkweise ermöglicht weitere Schritte in die industrielle Revolution, die Demokratie sowie Errungenschaften wie Impfungen, oder sauberes Trinkwasser. Die Geschichte des Fortschritts, ist immer auch eine Geschichte der Ungleichheit. Fortschritt erzeugt zwangsläufig Ungleichheit. Nicht alle können oder wollen die Chance ergreifen, die er biete.


Ungleichheit kann auch nützlich sein, indem sie Anreize schaffe, sich anzustrengen, um den Rückstand aufzuholen. Sie kann aber auch schädlich sein, wenn diejenigen, denen der Ausbruch gelungen ist, ihre Stellung schützen wollen, indem sie die Fluchtwege hinter sich versperren. Um Wissen zu vermehren, muss es geteilt werden.

 

Weihnachtsgrüsse
Zum Jahresausklang wünsche ich Ihnen angenehme Stunden in fröhlicher und besinnlicher Runde im Kreis der Familie, aber auch Ruhe und Zeit zum Entspannen. Gleichzeitig wünsche ich einen guten Start in das neue Jahr und viel Glück und Erfolg bei all Ihren Projekten und Plänen.


Ich bedanke mich für die Treue, die Sie uns entgegenbringen und freuen uns darauf, auch im nächsten Jahr für SIE da zu sein. Bis dahin: „Auf Wiederlesen“ im neuen Jahr 2019.


Herzlich und mit weihnachtlichen Grüssen.

 


Markus Spühler
Präsident KVöV

 

 

Inhalt


1. Lohnmassnahmen für 2019 - Übersicht 
2. Salärmassnahmen BLS AG für 2019 
3. CEVA fertig - Léman Express wird enthüllt 
4. Modernisierung von rund 580 Bahnhöfen in der ganzen Schweiz 
5. Sachplan Verkehr: Revision Teil Infrastruktur Schiene 
6. BLS begrüsst Sachplan-Entscheid des Bundes 
7. Die wichtigsten Änderungen zum Fahrplanwechsel bei BLS 
8. BLS: Anleiheemission über CHF 200 Mio. am Finanzmarkt 
9. Claudia Bossert neue Geschäftsführerin für Thurbo AG 
10. Erneute Betriebsbewilligung für neue Bombardier-Dosto der SBB 
11. Wichtiges zur Pensionskasse SBB 
12. Auch unser Partner Atupri wünscht schöne Weihnachten 
13. Impressum und wichtige Informationen 

 KVöV Bulletin Dezember 2018


Stellenabbau bei SBB mit „RailFit 20/30“: Der KVöV beobachten die Umsetzung genau

In der Medienkonferenz vom 22. September 2016 informiert die Leitung der SBB AG, weshalb das Programm „RailFit 20/30“ eingeführt wurde und welche Auswirkungen es vor allem auf die Mitarbeitenden in den Jahren 2017 – 2020 haben wird.

Netto sollen insgesamt 1‘200 Vollzeitstellen über 4 Jahre abgebaut werden. Droht ein Verlust von Bahn-Knowhow, und sind Qualität und Sicherheit negativ tangiert?

Die betriebswirtschaftlichen Fakten und die personellen Auswirkungen

Die Ausgangslage und die teils düsteren Zukunftsszenarien, welche die SBB-Führung zu diesem Sparprogramm von insgesamt CHF 1,2 Mrd. führten, wurden in der Medienmitteilung der SBB hinlänglich aufgezeigt. Der Abbau betrifft netto, d.h. in der Summe von Personalabbau und –aufbau rund 1‘200 Vollzeitstellen. Im Einzelnen sehen die angestrebten Zahlen so aus:

Der Personalbestand soll sich zwischen 2017 - 2020 von 33‘147 FTE auf 32‘112 Vollzeitstellen reduzieren, und zwar parallel durch einen Abbau von 2'912 FTE bei einem gleichzeitigen Aufbau von 1‘609 FTE. Zurecht spricht man auch von einem Grossumbau der Unternehmung, da infolge des technologischen Fortschritts zukünftig Mitarbeitende in einem neuen Berufsbild benötigt werden.

Betroffen vom Abbau 2017 – 2020 sind gemäss aktueller Planung

  • 'indirekt Produktive' wie Büropersonal, Fachleitungen: -500
  • Zugverkehrsleiter und Ereignismanagement / Intervention: -250
  • Verkaufspersonal: -220
  • Rangierpersonal: -165
  • weitere 60 Berufsgruppen: -140

verteilt über alle Divisionen der SBB.

Gemäss SBB soll der Abbau dank der sogenannten ‚natürlichen Fluktuation‘ über die 4 Jahre sozialverträglich möglich sein. Ziel der Leitung SBB bezüglich Arbeitsplätzen ist –es klingt auf den ersten Blick paradox- die Erhaltung von zukunftssicheren, nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Hier sieht der KVöV seine Aufgabe im Programm „RailFit 20/30“

Der Kaderverband des öffentlichen Verkehrs KVöV ist natürlich betroffen über die hohe Zahl der abzubauenden Stellen – dahinter stehen immer Menschen samt ihren Familien. Als Vertreter der Kader kann der KVöV die markt- und betriebswirtschaftliche Argumentation für den Umbau / Abbau zwar nachvollziehen. Auch kann er das strategische Ziel, die Zukunft der Unternehmung und damit nachhaltige Arbeitsplätze in einem sich stark ändernden Marktumfeld zu sichern, unterstützen. Seit langem deckt sich diese Zielsetzung mit der praktischen Arbeit des KVöV.

Der KVöV ist überzeugt, dass ein sozialverträglicher Umgang mit den Mitarbeitenden, die vom Stellenabbau betroffen sind, in der verhältnismässig langen Periode über die 4 Jahre nicht nur möglich, sondern ein Muss ist. Zusammen mit den übrigen Sozialpartnern, die die Mitarbeitenden der SBB vertreten, sieht es der KVöV als seine prioritäre Aufgabe, den gesamten Umbauprozess in dieser Hinsicht sorgfältig zu verfolgen. Bereits hat die SBB zugesagt, vierteljährlich auf höchster Ebene den Sozialpartnern ein detailliertes Controlling zu präsentieren und über Verbesserungsmassnahmen gemeinsam zu diskutieren.

Das Programm löst mit dem Abbau / Umbau beim Personal Unsicherheiten und auch Ängste aus. Einmal mehr sind die Kader der Unternehmung gefordert, unter noch schwierigeren Umständen zu führen. Auch der angekündigte Wegfall einer ganzen Führungshierarchie vergrössert die Führungsspanne und erschwert die tägliche Arbeit. Auch hier wird der KVöV genau hinschauen und sofort intervenieren, wenn die Belastung zu gesundheitlichen Auswirkungen bei den Kadern führt.

Hier setzt sich der Kaderverband ein

  • Die verbleibenden Mitarbeitenden werden nach dem Abbau mehr Arbeit mit weniger Händen zu bewältigen haben. Damit sind Auswirkungen auf die Gesundheit vorprogrammiert. Der KVöV wird dies genau verfolgen und entsprechend reagieren.
  • Zusätzlich hat die SBB kommuniziert, dass die bisher vom Unternehmen bezahlten Prämien für die Pensionskassen-Risikoversicherung von der den Mitarbeitern mitfinanziert werden soll. Die SBB strebt eine Maximalversion an, die zu einer Lohnreduktion von 0,8% führen würde. Der KVöV verlangt mindestens eine Beteiligung, die zu einer geringeren Belastung der Mitarbeitenden führt.

Für den KVöV ist der angekündigte Lohnabbau unverständlich, wo doch einmal mehr zufriedene und engagierte Mitarbeitende dringend gebraucht werden! Nur dank ihnen kann die SBB weiterhin einen sicheren, pünktlichen und von den Kunden geschätzten Betrieb gewährleisten.

Kontakte KVöV:

Markus Spühler, Präsident KVöV
+41 79 223 05 25
markus.spuehler@kvoev-actp.ch

Heinz Wiggenhauser, Marketing & Kommunikation
+41 79 611 95 30
heinz.wiggenhauser@kvoev-actp.ch