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Bulletin Dezember 2019

Geschätzte Kolleginnen, geschätzte Kollegen

 

Die Personalkommission der SBB wurde gewählt und hat sich konstituiert. Ich gratuliere den Gewählten herzlich und danke allen PeKo-Kandidierenden für ihr grosses Engagement. Der KVöV ist weiterhin in den PeKo von SBB und SBB Cargo vertreten und dankt folgenden gewählten Mitgliedern für ihren Einsatz:


Manuel Kobler - Wahlkreis TPO - Präsident PEKO TPO
Martin Kohler - Wahlkreis Öffentl. Sicherheit OES - Mitglied PEKO


Führen lernen


Wenn es um die Auswahl und Entwicklung von Führungskräften geht, sind für mich vier Dinge relevant.


Zum Ersten sind die Grunddispositionen guter Führung über Jahre die gleichen geblieben: Die Führungsarbeit gelingt besser, wenn die Führungskraft gute Sozialkompetenzen hat, emotional stabil ist, ein gutes Urteilsvermögen hat, sich ihrer selbst bewusst ist sowie integer und intelligent ist.


Zweitens sind Führungskräfte mit vielen Spannungsfeldern und einer vernetzten, entgrenzten Arbeitswelt konfrontiert, die hohes Selbstmanagement und Kooperationskompetenz verlangen. Um in einem solchen Umfeld zu bestehen, braucht es belastbare Beziehungen. Mitarbeitende in die Zielfindung einzubeziehen, sie zu fördern (und zu fordern) sowie eine Vertrauenskultur aufzubauen, erhöht die Effizienz, sodass die Mitarbeitenden sich selbst vertrauen und weniger Intervention braucht.


Drittens müssen Führungskräfte ein breites Verhaltensrepertoire abdecken können, das ihren verschiedenen Rollen gerecht wird. Das oft gehörte Konzept der «beidhändigen Führung» ist ein Beispiel für eine «Sowohl-als-auch-Kompetenz»: Es geht darum, Kosten zu reduzieren und Bestehendes zu optimieren und gleichzeitig Raum für Innovation zu schaffen.


Viertens: Macht und Verantwortung abzugeben – also Führungsarbeit teilen – das entlastet. Die Zunahme an Komplexität ist nicht durch ein stärkeres Strukturkorsett oder mehr direktive Führung, sondern nur durch Einbezug, intelligente Regelungen und gemeinsame Werte bewältigbar.


Je komplexer und aufwendiger Führung wird, desto fokussierter und stärker müssen Führungsentwicklungsprogramme «on-the-job» sein und über sich, seine Resultate und seine Erfahrungen zu reflektieren.


Fahrvergünstigungen Personal


Um 1996-1999 gab es eine Untersuchung die durch die GdI, den OV (Oltener Verband) die VIA (Verein der Ingenieure und Architekten der Schweizer Bahnen) und die VKB (Vereinigung der Kader des Bundes) und den SEV durchgeführt worden ist. Dabei ist ein Lohnklassenvergleich zwischen vergleichbaren Stellen beim Bund und bei der SBB durchgeführt worden. Das Ergebnis war, dass die SBB-Mitarbeitenden, insbesondere Kader, durchwegs ein bis zwei Lohnklassen tiefer eingereiht waren. Diese Tatsache wurde damals u.a. mit den FVP « erklärt » und gerechtfertigt.


Eine Konsequenz aus dem oben beschriebenen Fakt ist, dass die SBB-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum Teil während Jahrzehnten weniger Lohn bezogen haben als die «normalen» Bundes-beamten / -angestellten und damit heute auch vergleichsweise tiefere Renten beziehen.


Fazit: Es ist nicht gerechtfertigt – ohne Faktenlage medienwirksam tausende GA-FVP – Besitzer anzugreifen. Dagegen verwehrt sich der KVöV.


Pensionskasse SBB


Ausbleibender Zinseszinseffekt – doppelter Nachteil für die Angestellten Somit wird dem Sparkapital jährlich nur wenig Zins beigefügt und der Zinseszinseffekt kommt über 40 Jahre kaum zum Tragen. So würde es bei einem konstanten Zinssatz von 1,5 Prozent 47 Jahre dauern, bis sich das Sparkapital verdoppelt, bei einem Zinssatz von 2 Prozent wären es 35 Jahre. Bleiben die Zinsen weiterhin tief, so steigt das angesparte Alterskapital der Angestellten weniger stark an, viel weniger, als der Gesetzgeber 1985 angenommen hatte. Und zudem wird dieses Kapital dereinst mit einem tiefen Umwandlungssatz in eine Rente umgerechnet. Deshalb ist es wichtig, und dafür setzt sich der KVöV ein, dass ein höherer Zins gewährt wird als der vorgeschlagene Mindestzinssatz des Bundes. Siehe dazu auch die Artikel 16 und 17 in diesem Bulletin.


SBB-Arbeitswelt und Digitalisierung: Veränderung der Berufsbilder / Fachkräfte-mangel


Wie bereits im Bulletin No. 92 / August 2019 vorgestellt wurde, zeigt die Studie weiter, dass sich viele Berufsbilder bis 2035 aufgrund der Digitalisierung verändern werden. Ressourcen-intensive Routineaufgaben können automatisiert werden. Assistenzsysteme und Automatisierungen werden viele Arbeiten erleichtern. Die Anforderungen in vielen Berufen werden jedoch steigen und auch die damit verbundenen Anforderungen an die Führungskräfte. Kompetenzen wie Kooperations- und Konfliktfähigkeit gewinnen an Bedeutung; neue Stellenprofile werden entstehen. Bei Berufsgruppen mit wachsenden Informatik- und Data-Science-Fähigkeiten, aber auch in bahnnahen Berufsbildern (z. B. Lokführerinnen und -führer, Kundenbegleiterinnen und -begleiter) wird ein Arbeitskräfte- respektive Fachkräftemangel erwartet. Bei vereinzelten Berufsgruppen könnte es zu einem Arbeitskräfteüberhang kommen, nämlich dort, wo Automatisierungen möglich sind wie beispielsweise bei Monteuren oder in der Beschaffung. Das bedeutet für SBB und ihre Sozialpartner: • Entwicklung und Weiterbildung der geforderten Kompetenzen (lebenslanges Lernen) • Umschulungen und neue Arbeitsformen • Verstärkte Präsenz auf dem Arbeitsmarkt und Technologieeinsatz • Sichern von spezifischem Wissen (Know-how) bei Pensionierungen.


Entkoppelung Lohnentwicklung Leistungsbeurteilung


«Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das ist ein grosser Teil seines Erfolges – niemand kann alleine bestehen». Besonders prägnant hat das der englische Dichter John Donne im 17. Jahrhundert ausgedrückt: «Kein Mensch ist eine Insel.» Das heisst: Wenn wir Bedeutendes erreichen wollen, gelingt uns das am besten zusammen.» Deshalb macht es auch wenig Sinn, die Leistung eines, einer Einzelnen mit Saläranstiegen zu belohnen. Die Leistung ist immer das Zusammenspiel von vielen guten Elementen und vielen Anstrengungen in einem Team.


Weihnachtsgrüsse


Zum Jahresausklang wünsche ich Ihnen angenehme Stunden in fröhlicher und besinnlicher Runde im Kreis der Familie, aber auch Ruhe und Zeit zum Entspannen und einen guten Start in das neue Jahr. Viel Glück und Erfolg bei all Ihren Projekten und Plänen.

Ich und der Vorstand des Kaderverbandes danken uns Ihnen für die Treue, die Sie uns entgegenbringen und wir freuen uns darauf, auch im nächsten Jahr für Sie da zu sein. Bis dahin: „Auf Wiederlesen“ im neuen Jahr 2020.


Herzliche Grüsse und wunderschöne Festtage

 



Markus Spühler
Präsident

 

 

Inhalt

 

1. Rückblick: Pensioniertenanlass zu den Rheinsalinen - 6
2. «Herausforderungen für die SBB Infrastruktur» - 6
3. Mittagsanlässe bei der Südostbahn AG - 7
4. Pilot «Mittagsanlass «Snow & Safety» mit MAMMUT - 8
5. Ausblick auf Anlässe 2020 - 8
6. Spitzengespräch mit Konzernleitung SBB - 9
7. Unsere Erwartungen an Vincent Ducrot, zukünftiger CEO der SBB AG - 11
8. SBB AG: Erfolgsbeteiligung 2019 für Mitarbeitende im GAV - 12
9. SBB AG: Erhöhung des «OR-Kontingents» per 1.1.20 - 12
10. Salärmassnahmen für 2020 - Übersicht - 13
11. SBB Infrastruktur Fahrbahnerneuerung - 15
12. «Léman Express» offiziell eröffnet - 16
13. Betriebliche Mitwirkung SBB: Peko hat sich konstituiert - 17
14. Neuer Chef der französischen Staatsbahn SNCF - 18
15. Tiefe Zinsen belasten Pensionskassen und die Versicherte - 18
16. Bundesrat: Altersguthaben-Verzinsung bleibt bei 1% - 19
17. Bundesrat will grenzüberschreitenden Bahnverkehr weiter stärken - 20
18. WEKO prüft Übernahme von SBB Cargo vertieft - 20
19. Der Oberbahnarzt der SBB geht in Pension: Adieu Dr. med. Pierre-Albert Voumard - 21
20. Bleiben wir in Kontakt - 21
21. Beidhändige Führung - Ambidextrous Leadership - 22
22. Privatrechtsschutz für die ganze Familie – enorm günstig - 24
23. BusinessPoint im Bahnhof Bern – 2 Stunden gratis - 24
24. 2 Monatsprämien geschenkt beim Abschluss der Zusatzversicherung Mivita! - 25
25. Mitglieder-Angebot unseres Partners VOLVO Switzerland SA - 26
26. Dienstleistungen des KVöV für Mitglieder – Geld wert - 27
27. Bulletin des Kaderverbandes des öffentlichen Verkehrs - 28

 

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