Aktuell

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Bulletin Juni 2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen


Innere Stärke und Stabilität - Das Geheimnis starker Führungskräfte
Stressresistente Führungskräfte bestechen durch innere Stärke, Stabilität und eine stark ausgeprägte Widerstandfähigkeit. Sie agieren in turbulenten Zeiten und Krisen entschlossen und verstehen mit Druck und Rückschlägen gelassener umzugehen. Dadurch können sie ihre Energie für Lösungen einsetzen. Dies ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern kann trainiert werden. «Neuroplastizität» nennt sich die Fähigkeit des Gehirns, neuronale Veränderungen eintrainieren zu können und so nachhaltige Veränderungen im Leben zu bewirken.


Eine moderne Führungskraft ist auch Gesundheitsmanager
Die Herausforderungen an Führungskräfte nehmen aufgrund der rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt 4.0 zu. Fakt ist, dass die Entgrenzung von Arbeit und Privatleben und der zunehmende Veränderungsdruck belasten und zu permanenten Stress führen können. Die Gesundheit von Mitarbeitern ist somit zu einem weiteren Wettbewerbsfaktor geworden. Will eine «moderne» Führungskraft erfolgreich führen, muss sie fähig sein, situationselastisch verschiedene Rollen einnehmen zu können. Sie ist Leader, Coach und sogar «Gesundheitsmanager».


Dabei ist die Führungskraft auf allen Ebenen Vorbild. «Mitarbeitende brauchen auch weniger Leitbilder, sondern mehr echte Vorbilder». Diese Entgrenzung von Arbeit und der zunehmende Anpassungsdruck erhöhen die Arbeitsbelastungen. Doch wo sind Grenzen dieser Verantwortung und wo kann sie Hilfe holen? Gesundheitsmanagement wird somit zu einer wichtigen Aufgabe von Führungskräften. Gesundheitsorientiert führen bedeutet erstens belastende Situationen kompetent angehen und Ressourcen fördern. Ressourcenfördernd wirkt eine positive, vertrauensvolle Beziehung zu den Mitarbeitenden, für die man als Menschen Interesse zeigt. Dazu gehören respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Wertschätzung. Gesundheitsmanager klären Ziele gemeinsam mit dem Mitarbeitenden, schaffen Transparenz und gleichen Er-wartungen und Ressourcen des Mitarbeitenden regelmässig ab.


Heute ist es für Führungskräfte durch die ständige Erreichbarkeit sowie Verschmelzung der Grenzen zwischen Arbeit und Privat schwieriger abzuschalten.


Die Verschmelzung der Grenzen zwischen Arbeit und Privat findet permanent statt, vor allem bei Führungskräften. Wenn Führungskräfte das gewisse Entrepreneurship für das Unternehmen entwickeln können, dann kann vieles erfolgreich gelingen. Es besteht eine grosse Motivation und Bereitschaft für die berühmten „Extrameilen“. Hier wiederum kommt auch die Vorbildfunktion der Führungskraft zum Tragen. Diese zeigt sich darin, wie sie selbst mit den eigenen Ressourcen und Belastungen umgeht, und wie sensibel sie auf Belastungssituationen reagiert und rechtzeitig entgegensteuern kann. Belastende Situationen sind aber nicht nur im Arbeitsalltag, sondern auch privat vorhanden. Zum Beispiel kann ein Todesfall in der Familie, finanzielle Engpässe oder die Sorge um die Lebenssituation betagter Eltern belasten und die Arbeit negativ beeinflussen. Grundsätzlich sollte die Führungskraft ein Sensorium entwickeln, um veränderte Verhaltensweisen frühzeitig zu erkennen. Damit reduzieren Führungskräfte auch selbstgefährdendes Arbeitsverhalten. Hier kommt die Fähigkeit der Selbstführung zu tragen. Ist die Führungskraft selbst in der Lage schwierige und belastende Situationen zu meistern und gelingt es ihr, sich so zu organisieren, damit das Private auch noch privat bleibt. Dazu gehört auch eine Portion Selbstdisziplin und auch das „Nein-Sagen-Können“. Wenn Gesund-heitsmanagement und ein Vertrauensklima Teil der Unternehmenskultur sind, sind Belastungen und Probleme einfacher zu thematisieren. Wichtig ist, dass diese thematisiert werden können und entsprechende hilfreiche Massnahmen getroffen werden können.


Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Somit nimmt auch der Leistungsdruck zu.
Vor einigen Jahren war das typische Managerbild geprägt von wohlgenährten Männern, die mit Sport nichts zu tun hatten. Heute läuft der ideale Top-Manager am Wochenende einen Marathon, hat eine sportliche Figur und ernährt sich bewusst. Die Frage ist, wie gehen wir – wie gehen Führungskräfte – mit diesem steigenden Leistungsdruck um? Der Trend läuft in Richtung schlank, fit und bewusste Ernährung. Der Mensch ist ein lebendiger Organismus und funktioniert durch Anspannung und Entspannung. Hier braucht es Balance und Ausgleich. Laufen und Joggen sind ideale Ausgleichssportarten, die nicht nur die Fitness und Ausdauer fördern, sondern auch den Kopf frei machen. Ich laufe am liebsten im Wald – ohne Musik – um abschalten zu können, die Natur zu spüren und auch meinen Körper zu spüren. Wichtig ist es heute zutage auch den Draht zu sich selbst nicht zu verlieren, sondern diesen aufrecht zu erhalten. Wenn einem das gelingt, hat man bereits selbst gewonnen und der «innere Schweinehund» hat verloren.


«Mitglieder werben Mitglieder»
Auch dieses Jahr wieder wollen wir unseren Mitgliederbestand ausbauen. Laden Sie doch Ihre Kollegin, Ihren Kollegen, der noch nicht Mitglied beim KVöV ist, ein, es zu werden. Als attraktives Geschenk können Sie die Gratis-Mitgliedschaft bis Ende 2019 anbieten, neben allen anderen Dienstleistungen wie den kostenlosen Rechtsschutz in Fragen des Arbeits- und Sozialrechts sowie zahlreiche Mitgliederrabatte. Dazu finden Sie neu eine Zusammenstellung am Schluss dieses Bulletins.


Gemeinsam sind wir stärker – danke für Ihre Unterstützung – machen Sie wieder mit.

 

Herzliche Grüsse und schöne Sommertage.

 

 



Markus Spühler
Präsident

 

 

Inhalt

 

1. Anlässe KVöV 2019
2. Beeindruckendes Wachstum beim Personenverkehr
3. Zum Gedenken an Peter Lehmann
4. Subventionen im öffentlichen Verkehr: BAV stärkt Aufsicht
5. Zwei Varianten für einfachere Verfahren im regionalen Personenverkehr
6. Ausbau des Bahnnetzes kommt gut voran
7. Internationaler Schienenpersonenverkehr
8. Bahninfrastruktur Ausbauschritt 2035
9. Mitglied sein beim KVöV – es lohnt sich!
10. Der KVöV gratuliert dem neuen Vizepräsidenten SEV
11. Sanierung Sitterviadukt und Sturzeneggtunnel durch die SOB
12. Der neue Voralpen-Express
13. Neue Führungsmodelle: Hierarchie - Erfolg
14. XING-Gruppe KVöV: Treten Sie bei für schnelle Infos
15. Umfrage Dienstleistungen für KVöV-Mitglieder
16. Mitgliederangebot: Zeitschriften mit 35% Abo-Rabatt
17. Dienstleistungen des KVöV für Mitglieder – Geld wert
18. Bulletin des Kaderverbandes des öffentlichen Verkehrs

 

 KVöV Bulletin Juni 2019


Stellenabbau bei SBB mit „RailFit 20/30“: Der KVöV beobachten die Umsetzung genau

In der Medienkonferenz vom 22. September 2016 informiert die Leitung der SBB AG, weshalb das Programm „RailFit 20/30“ eingeführt wurde und welche Auswirkungen es vor allem auf die Mitarbeitenden in den Jahren 2017 – 2020 haben wird.

Netto sollen insgesamt 1‘200 Vollzeitstellen über 4 Jahre abgebaut werden. Droht ein Verlust von Bahn-Knowhow, und sind Qualität und Sicherheit negativ tangiert?

Die betriebswirtschaftlichen Fakten und die personellen Auswirkungen

Die Ausgangslage und die teils düsteren Zukunftsszenarien, welche die SBB-Führung zu diesem Sparprogramm von insgesamt CHF 1,2 Mrd. führten, wurden in der Medienmitteilung der SBB hinlänglich aufgezeigt. Der Abbau betrifft netto, d.h. in der Summe von Personalabbau und –aufbau rund 1‘200 Vollzeitstellen. Im Einzelnen sehen die angestrebten Zahlen so aus:

Der Personalbestand soll sich zwischen 2017 - 2020 von 33‘147 FTE auf 32‘112 Vollzeitstellen reduzieren, und zwar parallel durch einen Abbau von 2'912 FTE bei einem gleichzeitigen Aufbau von 1‘609 FTE. Zurecht spricht man auch von einem Grossumbau der Unternehmung, da infolge des technologischen Fortschritts zukünftig Mitarbeitende in einem neuen Berufsbild benötigt werden.

Betroffen vom Abbau 2017 – 2020 sind gemäss aktueller Planung

  • 'indirekt Produktive' wie Büropersonal, Fachleitungen: -500
  • Zugverkehrsleiter und Ereignismanagement / Intervention: -250
  • Verkaufspersonal: -220
  • Rangierpersonal: -165
  • weitere 60 Berufsgruppen: -140

verteilt über alle Divisionen der SBB.

Gemäss SBB soll der Abbau dank der sogenannten ‚natürlichen Fluktuation‘ über die 4 Jahre sozialverträglich möglich sein. Ziel der Leitung SBB bezüglich Arbeitsplätzen ist –es klingt auf den ersten Blick paradox- die Erhaltung von zukunftssicheren, nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Hier sieht der KVöV seine Aufgabe im Programm „RailFit 20/30“

Der Kaderverband des öffentlichen Verkehrs KVöV ist natürlich betroffen über die hohe Zahl der abzubauenden Stellen – dahinter stehen immer Menschen samt ihren Familien. Als Vertreter der Kader kann der KVöV die markt- und betriebswirtschaftliche Argumentation für den Umbau / Abbau zwar nachvollziehen. Auch kann er das strategische Ziel, die Zukunft der Unternehmung und damit nachhaltige Arbeitsplätze in einem sich stark ändernden Marktumfeld zu sichern, unterstützen. Seit langem deckt sich diese Zielsetzung mit der praktischen Arbeit des KVöV.

Der KVöV ist überzeugt, dass ein sozialverträglicher Umgang mit den Mitarbeitenden, die vom Stellenabbau betroffen sind, in der verhältnismässig langen Periode über die 4 Jahre nicht nur möglich, sondern ein Muss ist. Zusammen mit den übrigen Sozialpartnern, die die Mitarbeitenden der SBB vertreten, sieht es der KVöV als seine prioritäre Aufgabe, den gesamten Umbauprozess in dieser Hinsicht sorgfältig zu verfolgen. Bereits hat die SBB zugesagt, vierteljährlich auf höchster Ebene den Sozialpartnern ein detailliertes Controlling zu präsentieren und über Verbesserungsmassnahmen gemeinsam zu diskutieren.

Das Programm löst mit dem Abbau / Umbau beim Personal Unsicherheiten und auch Ängste aus. Einmal mehr sind die Kader der Unternehmung gefordert, unter noch schwierigeren Umständen zu führen. Auch der angekündigte Wegfall einer ganzen Führungshierarchie vergrössert die Führungsspanne und erschwert die tägliche Arbeit. Auch hier wird der KVöV genau hinschauen und sofort intervenieren, wenn die Belastung zu gesundheitlichen Auswirkungen bei den Kadern führt.

Hier setzt sich der Kaderverband ein

  • Die verbleibenden Mitarbeitenden werden nach dem Abbau mehr Arbeit mit weniger Händen zu bewältigen haben. Damit sind Auswirkungen auf die Gesundheit vorprogrammiert. Der KVöV wird dies genau verfolgen und entsprechend reagieren.
  • Zusätzlich hat die SBB kommuniziert, dass die bisher vom Unternehmen bezahlten Prämien für die Pensionskassen-Risikoversicherung von der den Mitarbeitern mitfinanziert werden soll. Die SBB strebt eine Maximalversion an, die zu einer Lohnreduktion von 0,8% führen würde. Der KVöV verlangt mindestens eine Beteiligung, die zu einer geringeren Belastung der Mitarbeitenden führt.

Für den KVöV ist der angekündigte Lohnabbau unverständlich, wo doch einmal mehr zufriedene und engagierte Mitarbeitende dringend gebraucht werden! Nur dank ihnen kann die SBB weiterhin einen sicheren, pünktlichen und von den Kunden geschätzten Betrieb gewährleisten.

Kontakte KVöV:

Markus Spühler, Präsident KVöV
+41 79 223 05 25
markus.spuehler@kvoev-actp.ch

Heinz Wiggenhauser, Marketing & Kommunikation
+41 79 611 95 30
heinz.wiggenhauser@kvoev-actp.ch