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KVöV - Bulletin März 2018

KVÖV - Bulletin März 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Auf Reorganisation folgt Reorganisation!

Das nächste Sparpaket bei der SBB ist bereits geschnürt. Sein Name: «SBBagil2020». Die abermalige Sparrunde soll Veränderungen in der Division Infrastruktur und in der Organisationsstruktur mit sich bringen. Die SBB will das Silodenken in den Konzerndivisionen brechen. Gleichzeitig überprüfen die Staatsbahnen, welche Dienstleistungen an Drittfirmen ausgelagert werden können. Mit dem Programm «SBBagil2020»will die SBB die interne Zusammenarbeit verbessern und ein neues Führungsmodell entwickeln.» Bei früheren Anpassungen sei die organisatorische Veränderung «bewusst» zurückgestellt worden. «Mit «SBBagil2020» sollen nun diese organisatorischen, prozessualen und strukturellen Herausforderungen angegangen werden.

Das erneute Umbauprojekt wird lanciert, bevor die laufende Reorganisation abgeschlossen ist. «Railfit 20/30» sieht den Abbau von 1400 Jobs bis Ende 2020 vor. Es wurde im September 2016 präsentiert und soll die Konzernrechnung um gesamthaft 1,2 Milliarden Franken entlasten. Viele Details sind noch unklar. Fest steht aber, dass die neue Reorganisationsübung «SBBagil2020» der Höhepunkt einer turbulenten Zeit ist. Sie folgt auf einen Kahlschlag bei SBB Cargo. 800 Jobs fallen bei der Gütertochter in den nächsten Jahren weg. Den Entscheid dazu hat der SBB-Verwaltungsrat Ende Februar gefällt.

Dazu kommt, dass die SBB mit der Schliessung von Bahnhofsschaltern in der Politik für Aufsehen sorgt. 2017 hat der Betrieb vier Schalter geschlossen. 2018 folgen neun weitere. Betroffen sind die Standorte Basel Euroairport, Turgi, Zürich Tiefenbrunnen, Saint-Maurice, Küssnacht am Rigi, Erlenbach, Renens, Münchenbuchsee und Palézieux. Was 2019 folgt, ist noch offen. Das Vorgehen der SBB ist wohl, was gemeinhin «Salamitaktik» genannt wird.

Pensionskasse SBB: Der Verwaltungsrat SBB hat das Dossier beraten. In Übereinstimmung mit der Haltung der Konzernleitung SBB will der VR SBB noch weitere Abklärungen in dieser Sache vorgenommen haben (Handlungsdruck, Eintretenswahrscheinlichkeiten, Sensitivitäten bezüglich Schuldendeckungsgrad usw.) und zudem sind dringend vorgängig Absprachen mit dem Eigner (Eidg. Finanzverwaltung, UVEK) vorzunehmen. Ein definitiver Entscheid ist für Mai 2018 vorgesehen.

Die Verunsicherung bei Kader und Mitarbeitenden wächst mit der Zahl der angekündigten Sparübungen. Die Sozialpartner sind gefordert, all die Auswirkungen der Reorganisationen im Auge zu behalten. Dazu kommt die Umgestaltung der Konzernleitung SBB, die weitere Konsequenzen auf die Organisationen haben wird. Auch die Öffentlichkeit wundert sich zunehmend, wohin der SBB-Zug wohl fährt – wenn er den

 


Markus Spühler
Präsident KVöV


Inhalt Bulletin 86

1. Die nächsten Anlässe – Agenda 
2. Weiterentwicklung zum GAV 2019 - Erwartungen weit auseinander 
3. SBB Cargo AG: Abbau von einem Drittel der Mitarbeitenden bis 2023 
4. Preis für Peter Jedelhauser 
5. BLS lanciert Ticket-App «lezzgo» schweizweit 
6. Verwaltungspersonal der öV-Unternehmen untersteht seit 1.1.18 dem Arbeitsgesetz 
7. Fast eine Million Gäste mit der BLS Schifffahrt unterwegs 
8. Ausbau der Schieneninfrastruktur – trotz Digitalisierung notwendig 
9. Wechsel in der SBB Konzernleitung 
10. Italienische Hochgeschwindigkeitszüge werden amerikanisch 
11. Der Schienengüterverkehr erholt sich 
12. 2 Monate gratis und 20 % Rabatt: Mivita Zusatzversicherung von Atupri 
13. KVöV und Volvo sind Partner – Rabatte für Mitglieder 
14. Unser Kontakt und wichtige Informationen 
15. Bulletin des Kaderverbandes des öffentlichen Verkehrs - Impressum 
 

 

 Bulletin #86 - März 2018




Daniel Hofer wird Leiter BLS Personenverkehr

Bern, 18. Februar 2018

Daniel Hofer leitet neu den Geschäftsbereich Personenverkehr bei der BLS AG und wird Mitglied der Geschäftsleitung. Der 36-jährige Berner arbeitet seit 2011 als Leiter Vertrieb bei der BLS. Profiliert hat er sich zuletzt mit der Vermarktung der Ticket-App Lezzgo.


Der Verwaltungsrat der BLS AG hat an seiner Sitzung vom 15. Februar 2018 Daniel Hofer zum neuen Leiter des Geschäftsbereichs Personenverkehr und zum Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Daniel Hofer tritt die derzeit vakante Stelle per Ende Februar 2018 an. Er arbeitet seit 2011 als Leiter Vertrieb bei der BLS. Zuvor war Daniel Hofer als Senior Consultant bei der SBB im Bereich Unternehmensentwicklung mit den Schwerpunktthemen Konzernstrategie und zukünftiges Preissystem tätig. Von 2006 bis 2011 arbeitete er bei der Pricewaterhouse Coopers AG in der Wirtschafts- und Strategieberatung und war zudem verantwortlich für Innovations- und Geschäftsentwicklungsprozesse.

Daniel Hofer studierte an der Universität Genf Internationale Beziehungen und absolvierte an den Universitäten Bern und Rochester einen Executive Master of Business Administration. Er ist 36 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Bern.

Zum Personenverkehr der BLS, den Hofer neu leitet, gehören der Personenverkehr der Bahn, die Schifffahrt auf Thuner- und Brienzersee, der Busverkehr und der Autoverlad Lötschberg/Simplon. BLS-Chef Guillelmon leitete die Sparte seit September ad interim. Mit der internen Nachfolgelösung gewährleistet die BLS Kontinuität in dieser zentralen Funktion.

Der KVöV gratuliert Daniel Hofer zum neuen Job in der Geschäftsleitung der BLS und wünscht ihm viel Erfolg.

 


Stellenabbau bei SBB mit „RailFit 20/30“: Der KVöV beobachten die Umsetzung genau

In der Medienkonferenz vom 22. September 2016 informiert die Leitung der SBB AG, weshalb das Programm „RailFit 20/30“ eingeführt wurde und welche Auswirkungen es vor allem auf die Mitarbeitenden in den Jahren 2017 – 2020 haben wird.

Netto sollen insgesamt 1‘200 Vollzeitstellen über 4 Jahre abgebaut werden. Droht ein Verlust von Bahn-Knowhow, und sind Qualität und Sicherheit negativ tangiert?

Die betriebswirtschaftlichen Fakten und die personellen Auswirkungen

Die Ausgangslage und die teils düsteren Zukunftsszenarien, welche die SBB-Führung zu diesem Sparprogramm von insgesamt CHF 1,2 Mrd. führten, wurden in der Medienmitteilung der SBB hinlänglich aufgezeigt. Der Abbau betrifft netto, d.h. in der Summe von Personalabbau und –aufbau rund 1‘200 Vollzeitstellen. Im Einzelnen sehen die angestrebten Zahlen so aus:

Der Personalbestand soll sich zwischen 2017 - 2020 von 33‘147 FTE auf 32‘112 Vollzeitstellen reduzieren, und zwar parallel durch einen Abbau von 2'912 FTE bei einem gleichzeitigen Aufbau von 1‘609 FTE. Zurecht spricht man auch von einem Grossumbau der Unternehmung, da infolge des technologischen Fortschritts zukünftig Mitarbeitende in einem neuen Berufsbild benötigt werden.

Betroffen vom Abbau 2017 – 2020 sind gemäss aktueller Planung

  • 'indirekt Produktive' wie Büropersonal, Fachleitungen: -500
  • Zugverkehrsleiter und Ereignismanagement / Intervention: -250
  • Verkaufspersonal: -220
  • Rangierpersonal: -165
  • weitere 60 Berufsgruppen: -140

verteilt über alle Divisionen der SBB.

Gemäss SBB soll der Abbau dank der sogenannten ‚natürlichen Fluktuation‘ über die 4 Jahre sozialverträglich möglich sein. Ziel der Leitung SBB bezüglich Arbeitsplätzen ist –es klingt auf den ersten Blick paradox- die Erhaltung von zukunftssicheren, nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Hier sieht der KVöV seine Aufgabe im Programm „RailFit 20/30“

Der Kaderverband des öffentlichen Verkehrs KVöV ist natürlich betroffen über die hohe Zahl der abzubauenden Stellen – dahinter stehen immer Menschen samt ihren Familien. Als Vertreter der Kader kann der KVöV die markt- und betriebswirtschaftliche Argumentation für den Umbau / Abbau zwar nachvollziehen. Auch kann er das strategische Ziel, die Zukunft der Unternehmung und damit nachhaltige Arbeitsplätze in einem sich stark ändernden Marktumfeld zu sichern, unterstützen. Seit langem deckt sich diese Zielsetzung mit der praktischen Arbeit des KVöV.

Der KVöV ist überzeugt, dass ein sozialverträglicher Umgang mit den Mitarbeitenden, die vom Stellenabbau betroffen sind, in der verhältnismässig langen Periode über die 4 Jahre nicht nur möglich, sondern ein Muss ist. Zusammen mit den übrigen Sozialpartnern, die die Mitarbeitenden der SBB vertreten, sieht es der KVöV als seine prioritäre Aufgabe, den gesamten Umbauprozess in dieser Hinsicht sorgfältig zu verfolgen. Bereits hat die SBB zugesagt, vierteljährlich auf höchster Ebene den Sozialpartnern ein detailliertes Controlling zu präsentieren und über Verbesserungsmassnahmen gemeinsam zu diskutieren.

Das Programm löst mit dem Abbau / Umbau beim Personal Unsicherheiten und auch Ängste aus. Einmal mehr sind die Kader der Unternehmung gefordert, unter noch schwierigeren Umständen zu führen. Auch der angekündigte Wegfall einer ganzen Führungshierarchie vergrössert die Führungsspanne und erschwert die tägliche Arbeit. Auch hier wird der KVöV genau hinschauen und sofort intervenieren, wenn die Belastung zu gesundheitlichen Auswirkungen bei den Kadern führt.

Hier setzt sich der Kaderverband ein

  • Die verbleibenden Mitarbeitenden werden nach dem Abbau mehr Arbeit mit weniger Händen zu bewältigen haben. Damit sind Auswirkungen auf die Gesundheit vorprogrammiert. Der KVöV wird dies genau verfolgen und entsprechend reagieren.
  • Zusätzlich hat die SBB kommuniziert, dass die bisher vom Unternehmen bezahlten Prämien für die Pensionskassen-Risikoversicherung von der den Mitarbeitern mitfinanziert werden soll. Die SBB strebt eine Maximalversion an, die zu einer Lohnreduktion von 0,8% führen würde. Der KVöV verlangt mindestens eine Beteiligung, die zu einer geringeren Belastung der Mitarbeitenden führt.

Für den KVöV ist der angekündigte Lohnabbau unverständlich, wo doch einmal mehr zufriedene und engagierte Mitarbeitende dringend gebraucht werden! Nur dank ihnen kann die SBB weiterhin einen sicheren, pünktlichen und von den Kunden geschätzten Betrieb gewährleisten.

Kontakte KVöV:

Markus Spühler, Präsident KVöV
+41 79 223 05 25
markus.spuehler@kvoev-actp.ch

Heinz Wiggenhauser, Marketing & Kommunikation
+41 79 611 95 30
heinz.wiggenhauser@kvoev-actp.ch