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KVöV - Bulletin September 2017

KVÖV - Bulletin September 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen

„Weiterbildung ist Neugier auf sich selbst“

Es ist „Luxus“, den Bildung ist als Selbstbildung zu verstehen und führt zur Fähigkeit der Selbstbestimmung. Zu den wichtigsten Kriterien einer guten Bildung oder Weiterbildung gehören nebst Selbstbildung:

Die Persönlichkeitsformung als übergeordnetes Bildungsziel, die Orientierung an elementaren Bildungsinhalten, das analytische und reflexive Verstehen von überprüfbaren Zusammenhängen, das systematisches und kritisches Denken fördert, sowie die Transferorientierung – also Wissen, das zur Praxis führt.

Eine stete Weiterbildung ist ein Privileg, dem man sich nicht entziehen sollte ….

Deshalb braucht es eine entsprechende Sensibilisierung. Ich freue mich, wenn der KVöV dazu beitragen kann.

Das Thema „Neue Fernverkehrs-Konzession“ erreichte dieser Tage einen neuen Höhepunkt mit dem Eingabetermin des Konzessionsgesuchs beim Bundesamt für Verkehr. Unsere Haltung ist in einem Leserbrief sehr gut zusammengefasst. Lesen Sie dazu den Artikel 3 „Erneuerung Konzession Fernverkehr“.


Herzliche Grüsse und schöne Herbsttage.

 


Markus Spühler
Präsident KVöV


Inhalt Bulletin 83

1. Die nächsten Anlässe – Agenda 
2. +Aktion 1’555+ Danke! 
3. Erneuerung Konzession Fernverkehr 
4. BLS: Kambly-Züge neu mit Verpflegungs- und Familienzone 
5. Quartalsreporting Bahn 2/2017 
6. Fusion: Siemens und Bombardier verhandeln über Bündnis 
7. Techloks: Siemens digitalisiert Flotte von DB Cargo 
8. Brüssel: Europa-Konferenz zur IT-Sicherheit der Bahnen 
9. BLS: Viviana Buchmann neu im Verwaltungsrat 
10. DB: Dr. Richard Lutz neuer Vorstandsvorsitzender der DB AG 
11. Co-Working – schöne neue Arbeitswelt 
12. Verlierer sind die Beschäftigten 
13. Phosphat – lebenswichtige, aber endliche Ressource 
14. Arbeitsrecht – Kündigung bei Deliktsverdacht 
15. MAMMUT «Last Minute» Angebote mit Mitgliedervorteil im Wert von Fr. 100 
16. Krankenkasse zu Atupri wechseln und profitieren 
17. Unser Kontakt und wichtige Informationen 
18. Bulletin des Kaderverbandes des öffentlichen Verkehrs - Impressum 

 

 Bulletin #83 - September 2017




Stellenabbau bei SBB mit „RailFit 20/30“: Der KVöV beobachten die Umsetzung genau

In der Medienkonferenz vom 22. September 2016 informiert die Leitung der SBB AG, weshalb das Programm „RailFit 20/30“ eingeführt wurde und welche Auswirkungen es vor allem auf die Mitarbeitenden in den Jahren 2017 – 2020 haben wird.

Netto sollen insgesamt 1‘200 Vollzeitstellen über 4 Jahre abgebaut werden. Droht ein Verlust von Bahn-Knowhow, und sind Qualität und Sicherheit negativ tangiert?

Die betriebswirtschaftlichen Fakten und die personellen Auswirkungen

Die Ausgangslage und die teils düsteren Zukunftsszenarien, welche die SBB-Führung zu diesem Sparprogramm von insgesamt CHF 1,2 Mrd. führten, wurden in der Medienmitteilung der SBB hinlänglich aufgezeigt. Der Abbau betrifft netto, d.h. in der Summe von Personalabbau und –aufbau rund 1‘200 Vollzeitstellen. Im Einzelnen sehen die angestrebten Zahlen so aus:

Der Personalbestand soll sich zwischen 2017 - 2020 von 33‘147 FTE auf 32‘112 Vollzeitstellen reduzieren, und zwar parallel durch einen Abbau von 2'912 FTE bei einem gleichzeitigen Aufbau von 1‘609 FTE. Zurecht spricht man auch von einem Grossumbau der Unternehmung, da infolge des technologischen Fortschritts zukünftig Mitarbeitende in einem neuen Berufsbild benötigt werden.

Betroffen vom Abbau 2017 – 2020 sind gemäss aktueller Planung

  • 'indirekt Produktive' wie Büropersonal, Fachleitungen: -500
  • Zugverkehrsleiter und Ereignismanagement / Intervention: -250
  • Verkaufspersonal: -220
  • Rangierpersonal: -165
  • weitere 60 Berufsgruppen: -140

verteilt über alle Divisionen der SBB.

Gemäss SBB soll der Abbau dank der sogenannten ‚natürlichen Fluktuation‘ über die 4 Jahre sozialverträglich möglich sein. Ziel der Leitung SBB bezüglich Arbeitsplätzen ist –es klingt auf den ersten Blick paradox- die Erhaltung von zukunftssicheren, nachhaltigen Arbeitsplätzen.

Hier sieht der KVöV seine Aufgabe im Programm „RailFit 20/30“

Der Kaderverband des öffentlichen Verkehrs KVöV ist natürlich betroffen über die hohe Zahl der abzubauenden Stellen – dahinter stehen immer Menschen samt ihren Familien. Als Vertreter der Kader kann der KVöV die markt- und betriebswirtschaftliche Argumentation für den Umbau / Abbau zwar nachvollziehen. Auch kann er das strategische Ziel, die Zukunft der Unternehmung und damit nachhaltige Arbeitsplätze in einem sich stark ändernden Marktumfeld zu sichern, unterstützen. Seit langem deckt sich diese Zielsetzung mit der praktischen Arbeit des KVöV.

Der KVöV ist überzeugt, dass ein sozialverträglicher Umgang mit den Mitarbeitenden, die vom Stellenabbau betroffen sind, in der verhältnismässig langen Periode über die 4 Jahre nicht nur möglich, sondern ein Muss ist. Zusammen mit den übrigen Sozialpartnern, die die Mitarbeitenden der SBB vertreten, sieht es der KVöV als seine prioritäre Aufgabe, den gesamten Umbauprozess in dieser Hinsicht sorgfältig zu verfolgen. Bereits hat die SBB zugesagt, vierteljährlich auf höchster Ebene den Sozialpartnern ein detailliertes Controlling zu präsentieren und über Verbesserungsmassnahmen gemeinsam zu diskutieren.

Das Programm löst mit dem Abbau / Umbau beim Personal Unsicherheiten und auch Ängste aus. Einmal mehr sind die Kader der Unternehmung gefordert, unter noch schwierigeren Umständen zu führen. Auch der angekündigte Wegfall einer ganzen Führungshierarchie vergrössert die Führungsspanne und erschwert die tägliche Arbeit. Auch hier wird der KVöV genau hinschauen und sofort intervenieren, wenn die Belastung zu gesundheitlichen Auswirkungen bei den Kadern führt.

Hier setzt sich der Kaderverband ein

  • Die verbleibenden Mitarbeitenden werden nach dem Abbau mehr Arbeit mit weniger Händen zu bewältigen haben. Damit sind Auswirkungen auf die Gesundheit vorprogrammiert. Der KVöV wird dies genau verfolgen und entsprechend reagieren.
  • Zusätzlich hat die SBB kommuniziert, dass die bisher vom Unternehmen bezahlten Prämien für die Pensionskassen-Risikoversicherung von der den Mitarbeitern mitfinanziert werden soll. Die SBB strebt eine Maximalversion an, die zu einer Lohnreduktion von 0,8% führen würde. Der KVöV verlangt mindestens eine Beteiligung, die zu einer geringeren Belastung der Mitarbeitenden führt.

Für den KVöV ist der angekündigte Lohnabbau unverständlich, wo doch einmal mehr zufriedene und engagierte Mitarbeitende dringend gebraucht werden! Nur dank ihnen kann die SBB weiterhin einen sicheren, pünktlichen und von den Kunden geschätzten Betrieb gewährleisten.

Kontakte KVöV:

Markus Spühler, Präsident KVöV
+41 79 223 05 25
markus.spuehler@kvoev-actp.ch

Heinz Wiggenhauser, Marketing & Kommunikation
+41 79 611 95 30
heinz.wiggenhauser@kvoev-actp.ch